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Fünf Stunden AnkaraI Kurze Atempause in der Hauptstadt


Verfasst und erlebt von: Anna & Tobias Letzte Aktualisierung am 12.04.2015

ANKARA, TÜRKEI

Auf dem Landweg in den Kaukasus  - Wenige Stunden in Ankara - wieder nur eine kurze Atempause auf dieser Tour, die uns innerhalb weniger Tage bis an die russische Grenze jagt... Vor dem Ankara Gari zeigt sich Ankara nicht als die Millionenstadt, die sie ist. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass immer noch die Eindrücke Istanbuls auf uns wirken. In den Straßen fließt das Leben zwar nicht weniger geschäftigt, dafür ein bisschen langsamer vor sich hin. Wir enttäuschen die geschäftstüchtigen Taxifahrer, die sich sofort auf uns stürzen, als wir aus dem Bahnhofsgebäude in den stickigen Nachmittag treten. Unser Gepäck waretet sicher verschlossen in der Halle auf uns.

Ohne die Kilos auf dem Rücken lässt sich durchatmen, wenn auch nicht ganz so tief, denn die Luft ist schwer und grau von Großstadt-Verkehr. Ein Leck in Patricks Reiseapotheke führt uns in eine dimmige Apotheke nahe des Bahnhofs, wo unsere Nachfrage nach Elektrolyte zunächst mit großen Augen seitens der Apothekerin und einem ungläubigen "Want Spaghetti?" beantwortet wird. Eine kleine Parkanlage nahe des Hauptbahnhofes ist bereit, uns bis zu unserer Weiterfahrt verweilen zu lassen. Wenig Stadt, viel Grün, das Richtige nach zwei Tagen Istanbul-Trubel. Um das entdeckungsgeile Gewissen zu beruhigen, begeben wir uns trotzdem auf eine kleine Pirsch durch die angrenzenden Straßen. Auch Ankara hat ein antikes Herz, das mehr als zweitausend Jahre Weltgeschichte miterlebt hat, ein großer Brand allerdings fraß Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts viel vom historischen Anlitz aus den Straßen der Stadt weg. Ankaras Kolorit ist heute ein modernes, aufgefrischt in den 1920ern, nachgebessert in den 1950ern und 1960ern. Viel Funktionalität, viel Repräsentativität, viel Grün, wenig Romantik - mit wenig Zeit als Rücklage hat man schnell das Gefühl, alles gesehen zu haben. 

Cay-Pause in Ankara

Gençlik Parkı Ankara Pragmatisches Hilfsmittel aus einer alten Dose im Gençlik Parkı Gençlik Parkı

Trockeneisverkäufer im Gençlik Parkı

Uns zieht es daher schnell zurück in die schattige Parkanlage, die bevölkert wird von der gemütlichen Gattung der jungen Familien. Auch hier scheinen junge Männer sich nur rudelweise durch die Straßen zu bewegen. Drei Coolies in unserem Alter haben eine Parkbank in Beschlag genommen, sondieren die vorbeiziehenden Fußgänger, dünne Goldkettchen blitzen unter dem Brusthaar hervor. Als sich ein junger Mann mit seinem Töchterchen nähert, das auf wackligen Beinen patschige Schritte vorwärts macht, erwacht auf jedem der drei Gesichter ein breites Strahlen. Die Sonnenbrillen werden zurückgeschoben, sechs Hände strecken sich nach dem aufgeregten Kind aus, das anschließend so ausgiebig geknufft und geherzt wird, bis es quitschend mit den Händchen wedelt. Mit glücklich grinsendem Vater im Schlepptau wackelt das Kind davon. Drei Augenpaare glänzen für einen Moment hinter, dann versteinern die Mienen wieder in absoluter Coolness und es wird weiter sondiert.


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Wir ziehen an einer endlosen Reihe von Restaurants und Imbissbuden vorbei, die um diese Tageszeit kaum besiedelt sind. Der Boden ist aufgewärmt, faule Tauben kugeln sich im Schatten, der künstliche See in der Mitte der Anlage verströhmt das Versprechen nach Frische und Kühle. Im hinteren Teil des Parks finden wir Trockeneis mit Zaubervorführungen, Achterbahnhen und Schiffsschaukeln. Wir flüchten vor dieser Art Vergügnungspark im Miniformat in den erholsamen Wirkungskreises eines Samowars voller Cay, den wir auf einer schattigen Restaurantterrasse mit Blick über den Park finden. Die Menükarte gibt es nur auf Türkisch, was zu unserem Eindruck passt, dass es in diesem Teil von Ankara kaum Touristen gibt.

 


Nächste Station: Mit dem Dogu-Ekspresi von Ankara nach Anatolien

Vorherige Station: Schienenleben in der Türkei I Mit dem YHT von Istanbul nach Ankara


Unser Anreisetipp:

Von Deutschland aus erreicht man Istanbul sicher am besten per Flugzeug. Eisenbahnerprobte können die Stadt aber durchaus auch auf der Schiene erreichen. Empfehlenswert ist die Direktverbindung mit dem Optima-Express bis Edirne und von dort aus im Bus oder Bahnnahverkehr bis Istanbul. Die Fahrt nach Ankara ist problemlos über die Türkische Staatsbahn online oder am Schalter bichbar. Aufgrund der Reservierungspflicht ist eine frühzeitige Buchungs allerdings von Vortel, da insbesondere am Wochenende die Züge schnell ausgebucht sind.

Mehr Infos zum günstigen Bahnfahren findet Ihr unter bahn.weltenfinder.de


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