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Schienenleben in der Türkei  I  Mit dem YHT von Istanbul nach Ankara


Verfasst und erlebt von: Anna & Tobias Letzte Aktualisierung am 12.04.2015

ISTANBUL - ANKARA, TÜRKEI

Auf dem Landweg in den Kaukasus  - Es ist schwül am Provinzbahnhof Pendik, und es ist noch nicht mal zehn Uhr am Vormittag. Nach zwei Stunden durch Istanbul zu viert auf der Rückbank eines Taxis stehen wir zergeknittert am Abfahrtsbahnhof des neuen Hochgeschwindigkeitszuges YHT. Fünfhundertdreiunddreißig Kilometer und fünf Stunden Zugfahrt trennen uns von Ankara. Wer es von der Istanbuler Innenstadt aus bis Pendik geschafft hat, der kann sich glücklich schätzen, denn weder Taxifahrer noch das Bahnhofspersonal der türkischen Staatsbahn im Bahnhof Sirceci können genaue Auskunft geben, wie Pendik zu erreichen ist. Unser Taxifahrer zieht überrascht die Augenbrauen hoch, als wir ihm erzählen, dass der Bahnhof überhaupt wieder von Zügen angefahren wird.

(Unser Anreise-Tipp für Pendik: Mit der Marmary bis Kartal, von dort aus weiter mit dem Taxi.)

Am Bahnhof ist die Stimmung aufgekratzt, die Bahnmitarbeiter tragen würdevolle Mienen zur Schau, die Uniformen sitzen akkurat, die Sicherheitskontrolle wird pro forma ordnungsgemäß durchgeführt. Fünf aufgescheuchte Mitarbeiter schieben unsere schweren Rucksäcke durch den Scanner im Sicherheitsbereich, vergessen darüber hinaus vor lauter Aufregung sogar, einen Blick auf den Monitor zu werfen. Mit einem Lächeln auf den Lippen werden wir von einem weiteren, nicht weniger aufgeregtem Bahnmitarbeiter in den glänzend frischen Triebwagen gescheucht. Alles am Bahnhof wirkt verpackungsneu, steril und riecht noch nach Fabrik. Die Türken sind stolz auf ihren neuen Hochgeschwindigkeitszug, schon in Istabul hat der YHT in buntesten Farben verschiedenste Plakate ober- und unterhalb der Erdoberfläche geziert.

Das Marmaray-Projekt in Form von Wandfliesen im Bahnhof SirkeciProvinzbahnhof PendikInklusivessen in der YHT Business Class Plus

YHT-Bahnhof Eskişehir

Im Wagen riecht es nach frisch geöltem Leder und ein klein wenig nach scharfem Putzmittel. Die Premium Business Class kleidet sich chick mit blutrotem Teppichboden und schwarzen, bequemen Ledersitzen, in denen man sofort einsinkt und sich die künstliche Kühle der Klimaanlage ins Gesicht blasen lassen kann. Erste Klasse eben, vergleichbar mit der, wie man sie aus dem deutschen ICE kennt - auch, wenn der Zusatz "Premium" ein bisschen mehr verspricht, als er mit einem Inklusivessen zu halten bereit ist. Wir sind froh, überhaupt noch Plätze für die Fahrt ergattert zu haben, denn die anderen Klassen waren schon Tage vorher bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Nachdem der Touristen-scheuchende Bahnmitarbeiter ein letztes mal den Bahnsteig rauf und runter getigert ist, setzt sich der Zug langsam in Bewegung. Zeit zum Dösen und den Schlafmangel notdürftig auszugleichen. Draußen zieht bis Eskisehir eine überwiegend grüne Landschaft in sanften Hügeln an uns vorbei, hin und wieder erlaubt das Land einen Blick auf das diesige Meer am Horizont. Rote Dächer und tiefes Grün rotten sich zu kleinen Dörfern zusammen, über jedem trohnt ein ockerfarbenes Minarett. Einige Kilometer vor dem Ziel Ankara wird die Landschaft heller, eben und weit. Das Grün weicht warmen Sandtönen. Mit etwas Verspätung, die unserer schläfrigen Reisegruppe entgegen kommt, erreichen wir am Mittag den Bahnhof von Ankara.

Die Luft hier riecht ganz anders, ist trockener, heißer als in der Westtürkei. Der Ankara Gari erinnert durch seine Hallenkonstruktion in gepflegter Industrieoptik und dem grünen Blechdach an den ehemaligen Stuttgarter Bahnhof. Tobi ist beeindruckt; unter der oberflächlichen Bescheidenheit präsentiert sich das Bahnhofsgelände imposant und aristokratisch. Gepflegte Staatsfahnen begleiten die Passagiere durch das schlichte Art Déco der Bahnhofshalle nach draußen, im glänzenden Bodenbelag aus geschliffenem Stein spiegelt sich das Sonnenlicht, das durch die hohen Seitenfenster fällt. 

Business Class Plus im YHT

Zwischen Eskişehir und Ankara Bahnhof AnkaraBahnhof Ankara

 


Nächste Station:  Fünf Stunden Ankara I Kurze Atempause in der Hauptstadt

Vorherige Station: Hamam-Besuch in Istanbul I Atempause im türkischen Dampf-Bad


Unser Anreisetipp:

Von Deutschland aus erreicht man Istanbul sicher am besten per Flugzeug. Eisenbahnerprobte können die Stadt aber durchaus auch auf der Schiene erreichen. Empfehlenswert ist die Direktverbindung mit dem Optima-Express bis Edirne und von dort aus im Bus oder Bahnnahverkehr bis Istanbul. Die Fahrt nach Ankara ist problemlos über die Türkische Staatsbahn online oder am Schalter bichbar. Aufgrund der Reservierungspflicht ist eine frühzeitige Buchungs allerdings von Vortel, da insbesondere am Wochenende die Züge schnell ausgebucht sind.

 // Bahntickets //  Hier findest du nationale & internationale Bahn-Sparpreise 


Unsere Linktipps:

Bahninfos für die Strecke Istanbul-Ankara auf www.seat61.com


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