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Zu Gast bei Maître Adriano   Ι  Nationalfeiertagsdinner in der Enoteca


Verfasst und erlebt von: Anna & Tobias Letzte Aktualisierung am 09.11.2015

ST. MORITZ,  SCHWEIZ

Luxus-Auszeit in St. Moritz 2015 Liest man von einem sich selbst als solches ausgeschriebenen Livestyle-Restaurants, erwartet man ja irgendwie eine pseudo-hippe Inneneinrichtung mit futuristischem Lichtkonzept, minimalistischen Möbeln und nicht weniger minimalistischen Portionen. Völlig falsche Erwartung in der Enoteca, eines der zwei Restaurants im Kempinski Grand Hotel des Bains, die im Sommer geöffnet haben.

Am Eingang nimmt uns Legendenfigur Wilhelm Tell in Empfang, passend zum Schweizer Nationalfeiertag flagge-wehend, ein breites Grinsen auf dem transparenten Gesicht. Noch während wir die Eisfigur bewundern schiebt sich ein nicht weniger breit grinsendes, zweites Gesicht in unser Blickfeld, weist sich selbst als Adriano aus und verteilt einen festen, warmen Händedruck. Restaurant-Chef Adriano, der Italiener aus dem schwäbischen Land, hört Tobias sofort die süddeutsche Heimat an und wechselt über in die Stuttgarter Mundart, die uns den ganzen Abend humorvoll begleiten wird. Gleich zu Beginn unseres Besuchs ist das Eis gebrochen - zumindest zwischen uns und Adriano, der eiserne Wilhelm thront noch auf seinem Platz, als wir das Restaurant wieder verlassen, und verströmt auch nach Stunden tapfer feierliches Flair. 

Die Enoteca ist eines der vier Gourmet-Restaurants des Hotels, ein atmosphärisch warmes Lokal in historischer Räumlichkeit, mit aufwendig verziertem Kachelofen, schweren Vorhängen und einer unaufdringlichen Note Klassizismus, die durch die modernen, dunklen Stilelemente der Einrichtung kontrastiert wird. Die Küche verarbeitet internationale Rezepte mit regionalen, hochwertigen Produkten und wurde mit 15 Gault Millau Punkten ausgezeichnet. Das für sich ist ja schon ein Versprechen. Nach wenigen Minuten sind wir bereits verknallt in die Enoteca, in die liebevoll renovierten Stuckverzierungen und Deckenbemalungen, die entschleunigte Atmosphäre, in einen charmanten Restaurant-Chef, dessen Herzblut sichtbar in das Lokal fließt und der genau weiß, wie er sein Zahnpasta-Lächeln unter Blitzlicht adrett einsetzen kann. Adriano ist eine Marke für sich, bei dem unsere offenen Ohren auf große Bereitschaft stoßen, seine Begeisterung mit uns zu teilen. Zusammen mit seiner Freundin Mandy führt er bereits seit einigen Jahren die Enoteca. Die beiden sind ein eingespieltes Team, haben gemeinsam über zehn Jahre Gourmet-Restaurants auf Schiffen wie der MS Europa und MS Europa II geführt, bis Sie irgendwann während einer Kreuzfahrt von einem Schweizer Hotelier nach St. Moritz eingeladen wurden. Bei diesem Besuch holte sich das Festland die beiden Gastronome zurück, nach kurzen Zwischenstopps landeten sie in St. Moritz.

Als bekennender Wein-Liebhaber verfügt Adriano - wie sollte es anders sein - natürlich über eine ansehnliche Weinsammlung, die eine Wand der Enoteca schmückt. Wir schmunzeln, als wir bemerken, dass die Flaschen von Gästen signiert wurden, gesellschaftliche Größen aus Sport und Politik. Eine leere, unscheinbare Flasche fällt uns ins Auge, ausgestellt auf einem Holzpflock und behängt mit einem Sold-out - Schild. 25.500 CHF steht auf dem handgemalten Holztäfelchen daneben. Auf unsere Nachfrage erzählt uns Adriano mit nicht wenig Stolz in der Stimme, dass er die Flasche im Wert eines Mittelklassewagens vergangenen Winter an einen Öl-Präsidenten ausgeschenkt habe.

Wilhelm Tell aus Eis zum Nationalfeiertag

Willkommen! Ein stolzer Adriano vor seiner Weinsammlung Kachelofen und Weinsammlung

Restaurantchef Adriano und Mandy: Die guten Seelen der Enoteca

In der Enoteca Ausverkauft! Der Tisch ist gedeckt - die Vorfreude zum Nationalfeiertagsmenü steigt...

Wir verbuchen diese Erzählung in der Kategorie der besonders exotischen Reiseerlebnisse und begeben uns zu unserem Tisch, da sich das Restaurant langsam füllt. Die nächsten Stunden werden wir von Adriano und seinem Küchenteam eingelullt in eine wohlige Wolke aus bombastischen Geschmäckern, feinen Gerüchen und ansprechenden Farben. Egal ob Foodie oder nicht - Bei der Beschreibung des Festtagsmenüs zu Ehren des Nationalfeiertags, wie wir sie auf der Speisekarte vor uns haben, kann man nur große Augen - und einen nicht weniger großen Hunger - bekommen:

 

Tatare vom Swiss Prime Kalb mit Rösti und Engadiner Wachtelei

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Fondueravioli mit Schaum vom Bündner Bergkäse

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Geangeltes Flusszanderfilet mit frischen Eierschwämmli und Kohlrabi

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Variation von der Toblerone Schokolade mit Thurgauer Kirschen

Zu jedem Gang gibt es würzige Weine, passend zum Gericht Rot oder Weiß. Wir schweben durch den Abend, genießen die kreativen Geschmackszusammenstellungen und die warme Atmosphäre im Restaurant, die sich auch nicht mit Hektik auflädt, als die Tische voll werden. Nach Stunden beenden wir das Abendessen mit dem obligatorischen Espresso, dazu gibt es hausgemachte Pralinés in schickem Holzrahmen und einen herzlichen Abschied von Adriano und Mandy, bei dem trotz aller Professionalität viel Herzlichkeit durchkommt und eine aufrichtige Freude darüber, dass uns der Abend so gut gefallen hat.

Tatare vom Swiss Prime Kalb  mit Rösti und Engadiner Wachtelei

Fondueravioli mit Schaum vom Bündner Bergkäse Geangeltes Flusszanderfilet mit frischen Eierschwämmli und Kohlrabi Variation von der Toblerone Schokolade mit Thurgauer Kirschen

Zum Abschluss: Pralinés in schickem Holzrahmen

Wir können die Enoteca mit gutem Gewissen jedem Besucher ans Herz legen, der Wert auf kreatives, hochwertiges Essen und ein warmes, traditionell angehauchtes Ambiente legt. Um in der Enoteca zu speisen, muss man kein Gast des Grand Hotel des Bains sein. Die Preise entsprechen natürlich der Qualität der Produkte und des Services, liegen jedoch trotzdem in einem Bereich, der überschaubar ist für jene, die sich im Urlaub etwas Gutes gönnen wollen. Reservierungen sind nicht erforderlich, jedoch ratsam, vor allem in der Winter-Saison.

 


Nächster Teil:  Wellness in St. Moritz - Den Moment erleben im Kempinski The Spa

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Unser Anreisetipp:

Von Deutschland aus erreicht man St. Moritz per Schiene schnell und bequem. Es gibt viele Direktverbindungen bis Chur. Von dort aus steigt man auf Meterspur um und fährt mit der Rhätischen Bahn über die berühmte UNESCO-Welterbe Albulastrecke nach St. Moritz. Die meisten Züge führen im Winter einen Panoramawagen, der gegen einen Aufpreis von 5 CHF nutzbar ist. Im Sommer führen nur die Glacier-Express-Züge Panoramawagen, dafür aber viele Regionalzüge einen historischen Speisewagen.

 // Bahntickets //  Hier findest du nationale & internationale Bahn-Sparpreise 


 

Unsere Linktipps:

Die Enoteca auf www.tripadvisor.com

Virtueller Rundgang durch die Enoteca auf www.kempinski.ch

Das Kempinski Grand Hotel des Bains auf www.booking.com

 


Vielen Dank an das Kempinski Grand Hotel des Bains, die uns zu dieser Luxus-Auszeit eingeladen haben.

 

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