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Im St. Moritzer Grand Hotel des Bains  Ι  Protz erwartet, Understatement gefunden


Verfasst und erlebt von: Anna & Tobias Letzte Aktualisierung am 31.10.2015

ST. MORITZ,  SCHWEIZ  

Luxus-Auszeit in St. Moritz 2015  Vornehinweg - Das Kempinski Grand Hotel des Bains ist und bleibt ein Fünf Sterne Hotel, und wenn man seinen Luxus als Understatement bezeichnet, dann ist dieses Understatement immer noch üppig herausgeputzt. Aber - Was wir in St Moritz gefunden haben, bricht sich an jedem Stereotypen, den wir in das Luxusörtchen mitgebracht haben. Klar, von einem Chauffeur im dunklen Anzug vom Bahnhof abgeholt zu werden, inklusive Manschetten-Knöpfe und ausgiebig Etikette, hat natürlich so einen gewissen Effekt... Aber Reisen heißt ja: Sich einlassen auch auf das, was einem selbst fremd ist, und wenn man genügend Neugierde und Geduld mitbringt, findet man manchmal, was man nicht erwartet hat. Entspannterweise geht es dann ordentlich luxuriös in einem Geländewagen mit viel Leder, viel Platz und noch mehr Edelhölzern, aber immerhin in alpentauglicher Manier durch den beschaulichen Straßenzug, der vom Bahnhof aus ins Kempinski Grand Hotel des Bains führt.

Dem monumentalen Gebäude sieht man bereits von außen den Stolz an, den es nach über einhundert Jahren als Luxushotel an sich trägt. Ein bisschen Belle Époque, ein Rest feudaler Schwärmerei, der sich auch im Inneren fortsetzt, könnten das Gebäude auf den Neuankömmling auch schwerer wirken lassen, als es das letztendlich tut. Der schwarze Geländewagen entlässt uns in den Eingangsbereich mit großzügiger Lobby, wo uns aufrichtige Herzlichkeit in Form eines "Pauls vom Kempinski" in Empfang und sich viel Zeit nimmt, um einen Plausch zu halten und das ein oder andere aus der Geschichte des Gebäudes zu erzählen. Während des Gesprächs schielen wir immer wieder verhalten in Richtung Eingang, doch die meisten Gäste, egal welchen Alters oder welcher Form, schlendern lässig und mit sich selbst beschäftigt in der Lobby umher - Keiner von ihnen ist sich bewusst, dass wir gerne unsere Klischees nach den großen Geld-Aristokraten und Pelz-tragenden Diven mit Hündchen im Handtaschen-Format bestätigt sehen wollen. 

Das Kempinski Grand Hotel des Bains in St.Moritz-BadPaul vom Kempinski Grand Hotel des Bains und Anna Der monumentale Bau aus der Vogelperspektive

Beleuchteter Eingangsbereich des Grand Hotels des Bains

Die Lobby-BarDarf in keinem 5-Sterne Haus fehlen: Der obligatorische Kronleuchter ;-) Die Lobby

Nach der sechsstündigen Anfahrt und dem unbeugsamen Gekreische des Weckers, der uns um fünf Uhr morgens aus dem Bett geworfen hat, sehnen wir uns nach einer Dusche und einer Gelegenheit, die ersten Eindrücke auf uns wirken zu lassen. In der für uns reservierten Classic Junior Suite finden wir ein geräumiges Zimmer in milden Erdtönen, inklusive Champagner, Begrüßungs-Häppchen und einem geräumigen Badezimmertraum aus schwarzem und cremefarbenem Marmor, der das Herz und Stilempfinden höher schlagen lässt. Nach dem ausgiebigen Bad unter der Regendusche genießen wir, die Zehen im weichen Teppich vergraben, vom Fenstersims als improvisierten Balkon aus den Ausblick aus den großen Fenstern, der an sich schon einen kleinen Luxus darstellt: Wir blicken direkt auf das Bergpanorama, ein an unserem Ankunftstag feuchtes St Moritz im Nebel und auf die symmetrische, etwas zierlose Parkanlage vor dem Haus, deren Schotterwege vom Tau silbrig glänzen. Unser Zimmer entspricht in seiner Architektur und Aufmachung einem Spiegelbild des Hauses - Weiche Stoffe, dunkle Edelhölzer, eine sehr hochwertige, nicht unnötig protzige Einrichtung, die sich vor allem an Pragmatismus und Direktheit orientiert. Klingt für Außenstehende - vor allem für Luxushotel-Neulinge wie uns - vielleicht zu enthusiastisch, um echt zu sein. Doch uns persönlich überzeugt das Hotel in der Gradlinigkeit seiner Details bereits innerhalb der ersten Stunde nach Ankunft.

Wir lösen unsere Erwartungen an den Aufenthalt - insofern wir überhaupt welche hatten - von den naheliegenden Klischees nach Prunk und Pomp und genießen zwei Tage lang die entkrampfte Atmosphäre des Hauses. Die führt in den Räumen und Fluren konsequent durch alpine Farbwelten, von herbstlichen Rot, Rostbraun bis hin zu Blau und kühlem Silber. Engardiner Stilerbe fädelt sich durch die weichen Teppiche. Unzählige Photographien in den Zimmern und Fluren bilden kleine, schwarz-weiße Zeitfenster in die Jahrzehnte, als sich St Moritz als führender Wintersportort zu profilieren begann. Während unseres Streifzuges durch das Haus finden wir im Vorraum zum Spa-Bereich, in dem der schwache Duft nach ätherischen Ölen hängt, eine durch Marmor und Edelholz würdevoll in Szene gesetzte Besonderheit des Hauses: Gäste haben hier freien Zugriff auf das Heilwasser der Mauritius-Quelle, das bereits seit mehreren Tausend Jahren von den Menschen des Tals zutage gefördert wird und über deren Zugang das Hotel verfügt. Der salzige, säuerlich-scharfe Geschmack des Wassers brennt leicht auf der Zunge.

Allegra! Ein paar Zeilen zur Begrüßung In der Classic Junior Suite Das Badezimmer - Bademäntel für den morgigen Spa-Tag liegen bereit ;-)

Ein Traum von Zimmer! :-)

 Blick vom "Balkon" auf Sankt MoritzHistorische Infotafel zur Mauritiusquelle Nicht nur Paracelsus war von der Mauritiusquelle begeistert, sondern auch Anna ;-) 

Eines der absoluten Highlights des Hotels finden wir morgens im Frühstückssaal, dem Les Saisons, einem ausladenden Raum mit Wintergarten, hellem Fischgräten-Parkett und warmen Herbsttönen an den Wänden. Im erstem Augenblick etwas verloren stehen wir vor dem auslandenden Frühstücks-Buffet, das bereits mehrere Auszeichnungen erhalten hat und laut Bilanz-Ranking als das Beste in der Schweizer Hotellerie gilt. Wer sich durch das selbstgebackene Brot, die regionalen Fleisch- und Käsesorten, die aromatischen Smoothies und das frisch in der Pfanne zubereitete Rührei durchprobiert, der weiß auch warum. Es gibt eine repräsentative, echte Honigwabe, bereitgestellt vom hauseigenen Imker - es gibt hier sowieso nur wenig, das nicht als "hauseigen" ausgeschrieben wäre - die natürlich sofort als Motiv für unsere Linse erhalten muss. Kaum dass wir uns im Wintergarten gesetzt haben, kommt sofort einer der vielen adretten Kellner um die Ecke geschwebt und fragt uns nach unseren Getränkewünschen. Es landet nicht nur dampfender Kaffee, sondern auch ein innovativen Geschmackserlebnis in Form eines aufgeschäumten Ei Benedicts aus der Küche auf dem Tisch. 

Frühstückszeit! Die Käseauswahl ist spezialisiert auf regionale Produkte

Frühstück gibts im Les Saisons Unser Rührei ;-) Honig frisch aus der Wabe vom hauseigenen Imker

Von Omelett über Spiegelei bis Rührei wird alles frisch gebrutzelt...

Tobis Frühstücksfavorit: Aufgeschäumtes Ei Benedikt ;-) Was für ein Brotkorb ;-) Unsere Auswahl vom Buffet

Das Kempinski Grand Hotel des Bains liegt nicht direkt im Zentrum von St Moritz (was bei der überschaubaren Größe des Ortes jedoch kaum ins Gewicht fällt, zumal der St Moritzersee keine zehn Minuten Fußweg entfernt liegt). Allerdings residiert das Hotel im Schatten des Berges Signal, die Tal-Station der Signalbahn liegt direkt gegenüber der Zufahrt und führt in das Skigebiet Corviglia. Sommer- und Wintersportler gehören unüberschaubar zum angezielten Klientel des Hotels, das sich mit einem komplexen Angebot auf die Bedürfnisse und Ernährungswünsche von Sportlern und Fitnessbewussten abgestimmt hat, die über das entsprechende Kleingeld verfügen. Unser sportlicher Ehrgeiz gibt sich mit einem gemütlichen Spaziergang die Via Salastrains entlang zufrieden, über der an einem aufklarenden Samstag-Nachmittag sommerliche Ruhe und der würzige Geruch der Bergkräuter liegen. Da wir noch ein paar Monate zu früh sind für pompöse Aprés-Ski-Partys lassen wir den frühen Abend entspannt ausklingen im Spa-Bereich des Hotels, wo wir nach einer einstündigen Hot Stone Massage mehr aus dem Raum schweben als laufen, die Muskeln aufgeladen mit Wärme.

Blick aus dem Zimmer: St. Moritz bei Nacht Auf eine Zigarre in der "Bibliothek", dem Raucherzimmer des Grand Hotels ;-)Ein edler "Schlummertrunk" ;-)

Auf in das bequemste Bett, in dem wir je geschlafen haben...

Der Sonntag beendet ungnädig unseren Aufenthalt in dieser neuen Welt, die zugegebenermaßen so ganz anders war, als wir gedacht hätten. Es wäre natürlich eine Untertreibung, den Luxus im Grand Hotel des Bains als bescheidener zu beschreiben, als er es tatsächlich ist, denn dazu sind das Haus und seine Geschichte zu exklusiv. Die Kempinski-Häuser sind unüberschaubar Luxushotels, die sich ihres Namens bewusst und die auf eine Klientel ausgerichtet sind, die es gewohnt ist, ihre Ansprüche vorzufinden. Aber im Grand Hotel des Bains scheint sich diese - zumindest in den Sommermonaten - weniger aus Stars und Sternchen als vielmehr aus Größen der Wirtschaft und Politik zusammen zu setzen, und vielleicht ist auch das einer der Gründe, weshalb das Haus trotz allen Prestiges diese Ruhe und Erdung ausstrahlt, durch die wir uns so wohlgefühlt haben. Anders kann man das Hotel nicht beschreiben, ohne dass es klingt wie direkt aus einem Werbeprospekt entnommen.


Nächster Teil:  Zu Gast bei Adriano - Nationalfeiertagsdinner in der Enoteca

Vorheriger Teil:  Ein Wochenende in St. Moritz: Bergsommer am See 


 

Unser Anreisetipp:

Von Deutschland aus erreicht man St. Moritz per Schiene schnell und bequem. Es gibt viele Direktverbindungen bis Chur. Von dort aus steigt man auf Meterspur um und fährt mit der Rhätischen Bahn über die berühmte UNESCO-Welterbe Albulastrecke nach St. Moritz. Die meisten Züge führen im Winter einen Panoramawagen, der gegen einen Aufpreis von 5 CHF nutzbar ist. Im Sommer führen nur die Glacier-Express-Züge Panoramawagen, dafür aber viele Regionalzüge einen historischen Speisewagen.

 // Bahntickets //  Hier findest du nationale & internationale Bahn-Sparpreise 


 

Unsere Linktipps:

Infos rund um St. Moritz auf www.engadin.stmoritz.ch

Historische Aufnahmen des Hotels und Ortes auf www.engadin-history.ch

Das Kempinski Grand Hotel des Bains auf www.booking.com

Virtueller Rundgang durch unsere Classic Junior Suite auf www.kempinski.com

 


Vielen Dank an das Kempinski Grand Hotel des Bains, die uns zu dieser Luxus-Auszeit eingeladen haben.

 

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