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Kurztrip nach Malta I Per Anhalter auf die Insel Gozo


Verfasst und erlebt von: Tobias Letzte Aktualisierung am 26.07.2015

DAHLET-IX-XMAJJAR - GOZO, MALTA

Malta, ein karges, vor Tausenden von Jahren besiedeltes Archipel zwischen Italien und Tunesien mit langer Geschichte. Hier lebten die Phönizier, die Römer und später die berühmten Kreuzritter. Die Johanitter, frisch aus Rhodos vertrieben bauten Malta im späten Mittelalter zu einer wehrhaften, noch heute überall sichtbaren Festung aus. Ein Bollwerk des Christentums mitten im Meer. Die Insel selbst gab später den Johannitern einen neuen Namen: Die Malteser. Angeblich gibt es auf der Insel so viele Kirchen, wie Tage im Jahr. 365 an der Zahl.

Malta Airport - Unbeeindurckt aller geschichtlichen Fakten kämpfe ich mich aus dem spanischen Billigflieger heraus, durch die Reihen der engen Airbus-Maschine und stoße gegen eine unglaublich schwülwarm drückende Wand aus Hitze und stickiger Luft. Knapp 38 Grad um 23 Uhr, tropische Temperaturen erwarten uns. Das Aussteigen aus dem Flugzeug verläuft einfach, schon fast beängstigend einfach, wir verlassen das Flugzeug und stehen direkt neben dem Rollfeld. Mit westlicher Naivität warten wir auf den nicht existierenden Zubringerbus zum Terminal. Im schmucken, blassgelben Flughafengebäude erwartet uns bereist der Besitzer des einzigen Campingplatztes auf Malta. Ein kräftiger Handschlag des verlebten Mitvierzigers später, sitzen wir auf der Rückbank eines Autos, gelenkt von einem Freund. Sein eigenes Auto sei nicht angesprungen. Die ganze Situation spielt sich schnell und unwirklich ab. Ob es an der Hitze, der Müdigkeit oder dem rasant-gefährlichen Fahrstils der beiden Malteser geschuldet ist bleibt unklar. Auf jeden Fall erreichen wir nach etwa einer Stunde, unzählige Überholmannöver trotz Gegenverkehr und dem ungewohnten Linksverkehr später lebend den Campsite Malta am westlichen Ende der Insel. 


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Ankunft in Dahlet ix-Xmajjar. Wir haben es tatsächlich geschafft, wir sind da! Der Boden glüht und die Luft ist so schwülwarm, dass an schlafen nicht zu denken ist. Mit einer Schubkarre transportieren wir die Rucksäcke an unseren Platz und bauen unser kleines Zweimannzelt auf. Wir haben das Meer zwar noch nicht gesehen, aber es scheint nur einen Katzensprung entfernt - ein salziger Geruch liegt in der Luft. Der Zeltplatz ist klein und aufgeräumt, erinnert aber irgendwie mehr an ein Feldlager des Militärs als an ein Ferienparadies. Verzeinzelt stehen alte Campingwagen britischer Dauercamper zwischen den großen, mietbaren, aber im Moment leerstehenden Zelten. Da auch weit nach Mitternacht an schlafen kaum zu denken ist, packen wir auf dem ausgetrockneten Steinboden den Esbit-Kocher aus. Unter großen Flammen köchelt nun unsere Tütensuppe vor sich hin.

Plötzlich steht ein älterer Herr mit ergrautem Haar direkt hinter uns, er ist Brite und hier Dauercamper. Anstatt uns aber wie erwartet über die Gefahr offenen Feuers zu blehren, verschwindet er so schnell wie er gekommen ist mit einem freundlichen "Good Morning" in Richtung Waschraum.

Malta Campsite in Dahlet ix-Xmajjar

Malta Airport Malta Airport Malta Campsite in Dahlet ix-Xmajjar

6:30 Uhr und es klinget weit und breit kein Wecker, doch wir sind wach. Die für den Mittag angekündigten Temeraturen um die 45 Grad zeigen schon bereits frühmorgens ihre Wirkung. Zwar sind wir verschlafen, aber immerhin besteht nun ausreichend Zeit den Weg zur Nachbarinsel Gozo zu beschreiten. Die Fähre soll im etwa zehn Kilometer entfernten Cirkewwa ablegen. Eine Bus- oder Taxiverbindung gibt es allerdings nicht und so bleibt nur der Weg zu Fuß. Die Hitze knallt auf unsere Köpfe und wir schlendern durch das Fischerdörfchen Dahlet ix-Xmajjar. Endlich am Meer! Neben dem Nutzstrand der Fischer prägen einstöckige einfache Häuser, Plastickgestühl auf den Straßen, unzählige Boote und eine Armada von Antennen das Dorfbild. Während wir in Gedanken schweben und den Blick genießen reißt uns ein lautes "Good Morning" aus den Träumen. "Valletta, Valletta!" schreit uns der ältere Malteser entgegen. Nach einem netten Plausch steht fest, er fahre gleich in die Inselhauptstadt und könne uns mitnehmen. Ehe wir ihn daraufhin nach dem Weg zum Fähranleger fragen können, sitzen wir in seinem weißen Pick-Up. Es sei eine Selbstverständlichkeit für Ihn, "Gäste der Insel" an ihr Ziel zu bringen.

Mit einem freundlichen "See you later" verabschietet stehen wir am Fähranleger nach Gozo. Hier pendeln zwei bis drei Schiffe hin und her. Die Hinfahrt ist generell kostenlos, da man nur auf dem Rückweg ein Ticket kauft. Schließlich muss ja jeder irgendwann wieder runter von der Insel.

Dahlet ix-Xmajjar

Dahlet ix-Xmajjar Dahlet ix-Xmajjar Dahlet ix-Xmajjar

Die Überfahrt dauert eine knappe halbe Stunde, kühler Wind und azurblaues Wasser sind eine Wohltat für Körper und Geist! In abenteuerlicher Manier bei nahezu voller Fahrt legt die Fähre im Hafen Mgarr mit einem großen Schlag an der Kaimauer an. Nach kurzer Überlegung und aufgrund der knappen Zeit setzten wir uns in einen der günstigen grünen Hop on Hop off Busse (8 Euro p.P. / Tag). Die berühmten Oldtimer-Linienbusse Maltas sind inzwischen leider vollständig von der Insel verschwunden.

Fischerboot in Gozo

Zwischen Malta und Gozo Zwischen Malta und Gozo Ankunft auf Gozo in Mgarr

Immerhin sitzen wir im halbleeren Doppeldeckerbus auf den besten Plätzen im Obergeschoss unter freiem Himmel. Nicht ganz intakt ratternd setzt sich der Bus in rasanter Geschwindigkeit bergauf in Bewegung. Wir verlassen Mgarr und erreichen nach aussichtsreicher Fahrt den wohl größten Touristenstrand, die Ramla Bay. Früher bekannt für die Überfälle der Kosaren auf Gozo und seine Unzahl an Schildkröten, heute sind bunte Badehosen der einzige Blickfang. Die meisten Touristen haben wir hier abgesetzt und nach einem kleinen Motorcheck seitens des Busfahrers steuern wir nun, nur noch zu fünft an Bord des Busses dem nächsten Ziel Marsalaforn entgegen. Diese schmucke Sadt durchfahren wir genau so wie die Salzplantagen und die berühmte neoromanische Basilika ta' Pinu in Gharb. Denn unser eigentliches ziel auf Gozo ist das Tieqa Żerqa, auch bekannt als Azure Window. Das etwa 100 Meter lange und 20 Meter hohe, höchst imposante Felsentor ist ausschließlich durch Natureinwirkungen entstanden und zerfällt Jahr für Jahr ein Stück mehr. Trotz den unzählbaren Verbotsschildern ist es üblich auf den Felsen zu spazieren und zu klettern. Ein kleiner Abstecher an das sogenannte Blue Hole, ein circa 15 Meter tiefes und 10 Meter breites königsblaues Loch mit Unterwasserverbindung zum Meer im Felsboden der Steilküste lohnt sich für eine gemütliche Pause. Die touristische Infrastruktur auf Gozo ist übrigens zum Glück sehr überschaubar und nicht überlaufen. Eis gibt es zu günstigen Preisen (0,50 Euro / Kugel) bei mobilen Verkaufsoldtimern.

Ramla Bay

Zwischen Mgarr und der Ramla Bay Victoria Eisverkaufsoldtimer

Unterwegs auf Gozo nahe dem Tieqa Żerqa

Unterwegs auf der Insel Gozo Die neoromanische Basilika ta' Pinu in Gharb Unterwegs auf der Insel Gozo

Tieqa Żerqa, auch bekannt als Azure Window

Am Tieqa Żerqa, auch bekannt als Azure Window Am Tieqa Żerqa Eine kleine Kirche nahe Tieqa Żerqa

Nach einem erfrischenden Bad im kristallklaren Wasser nehmen wir Abschied von der felsig-schönen Gegend und tuckern mit dem heruntergekommenen Bus durch die arabisch anmutenden Städte Xlendi, Rabat (Victoria) und Xewkija zurück nach Mgarr

Die Rückfahrt auf dem Schiff verläuft unspektakuär, einzig die in der Ferne zu sehende Blaue Lagune, ein Südseeromantik ausstrahlender Strand einer kleiner Insel zieht kurz die Aufmerksamkeit auf sich.

Blue Hole am Tieqa Żerqa

In Victoria Frische Muscheln in Mgarr Unterwegs auf Gozo nahe Mgarr

Vom Fähranleger aus bestehen Direktverbindungen per Linienbus nach Valletta, wir nehmen diesen für einige Kilometer, steigen nach gefühlten 10 Kilometern in Triq Il-Marfa wieder aus, in der Hoffnung, dem Campingplatz etwas näher gekommen zu sein. Die grobe Richtung stimmt, doch bei mittlerweile 45 Grad wird jeder Schritt in der Abendsonne zur Qual. Plötzlich ertönt auf der Straße ein lautes Horn und ein schwarzer Pick-Up kommt neben uns abrupt zum stehen. Im Inneren lächelt uns der braungebrannte Campingplatzbesitzer an und bittet uns in sein frisch repariertes und klimaanlagengekühltes Auto einzusteigen. Das Schicksal scheint es heute gut mit uns zu meinen und so lassen wir uns wohltemperiert direkt vor unser Zelt chauffieren.

 


Unser Anreisetipp:

Von Deutschland aus erreicht man Malta am bequemsten per Flugzeug. Die Lufthansa fliegt beispielsweise zwei mal täglich ab München in 2 Stunden und 10 Minuten.

Flüge gibt es  z.B. auf www.lufthansa.com

Auf dem Landweg erreicht man Malta über die italienische Insel Sizilien (Hafen Pozzallo) per Fähre. BIs dorthin gibt es Bahnverbindungen von Deutschland aus mit nur einmal umsteigen in Rom.

 // Bahntickets //  Hier findest du nationale & internationale Bahn-Sparpreise 

 


Unsere Linktipps:

Günstige Unterkünfte auf Gozo auf www.booking.com

Günstige Unterkünfte auf Malta auf www.booking.com

Unser Campingplatz auf www.maltacampsite.com

Informationen zum umfangreichen Busnetz auf www.publictransport.com.mt

Informationen zur Insel auf www.visitmalta.com

 

 

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