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Wenn Orte von der Landkarte verschwinden I Bildbericht vom Tagebau Garzweiler


Verfasst und erlebt von: Tobias Letzte Aktualisierung am 11.07.2014

IMMERATH, PESCH, NORDRHEIN-WESTFALEN

2013. Es ist Punkt 12 Uhr am Mittag. Wir stehen vor dem mächtigen, von 1888 bis 1891 erbauten Dom St. Lambertus des kleinen Immerath in Nordrhein-Westfalen. Nach 123 Jahren haben die Glocken aufgehört zu läuten. Kein Geräusch ist zu hören, kein Mensch zu sehen. Immerarth liegt inmitten des Tagebau-Abbaugebiet Garzweiler. Schon bald wird dieses Dorf nur noch auf Bildern und in Erinnerungen existieren. Der schmucke Ort mit seinen Klinkerhäuschen wird in absehbarer Zeit dem Erdboden gleich gemacht. Der Nachbarort Pesch ist bereits nahezu vollständig verschwunden.

Die Stimmung ist bedrückend, hängen doch zwischen den verlassenen Bauten mit ihren toten Fensterhöhlen und den verwaisten Fassaden noch immer vereinzelte Lichter unter dem Schimmer eines trüben Nachmittags. Die Umsiedlung der Bewohner nach Erkelenz in den Stadtteil Neu-Immerath hat bereits 2006 begonnen. Die wenigen noch bewohnten Häuser wirken wie Trotzburgen des kleinen David gegen den mächtigen Goliath, Immerath gegen den Braunkohleabbau. Der Gewinner steht fest. Spätestens 2017 wird Immerath nicht mehr existieren, muss weichen für den Tagebau. Wir laufen durch die leeren Straßen, durch diese unwirkliche Landschaft und spüren, wie die Melancholie uns im Nacken sitzt. Vor unseren Augen breitet sich Vergangenheit aus, Gegenwart, der ihr Recht auf Existenz bereits unwiederbringlich abgesprochen wurde. Die Zeit hat aufgehört zu atmen.

 

Bilder erzählen mehr als Worte...

 

Immerath: Die Hauptstraße ist verlassen

Immerath: Die Bäckerei J. Goebels wird nicht mehr öffnen Immerath: Auch der Dom St. Lambertus wird dem Tagebau weichen müssen Immerath: Bei Herrn Schrey wird kein Bier mehr ausgeschenkt

Immerath: Ein Statement! Immerath: Verlassene Gärten und liegen gelassene Gartengeräte Immerath: Still ist es geworden in der Dorfmitte

Immerath: Kleider werden hier schon lange nicht mehr produziert Immerath: Kleider werden hier schon lange nicht mehr produzier Immerath: Gewächshaus der Gärtnerei 

Immerath: Im Gewächshaus sind die Pflanzen sich selbst überlassen

Immerath: Die Gärtnerei steht schon lange leer Immerath: Früher wurden hier Blumen verkauft Immerath: Mächtig sticht der Dom zu Immerath empor 

Immerath: Selbst die historische Windmühle muss weichen Während Otzenrath bereits auf den Schildern verschwunden ist, wird das nahezu vollständig abgetragene Pesch noch ausgeschildert Pesch: Hier begann früher der Ort

Pesch: Die letzten drei Häuser stehen noch

Pesch: Die ehemalige Ortsdurchfahrt Pesch: Bis hierher haben sich die Bagger durchgearbeitet Pesch: Das letzte Wohnhaus von Pesch 

Tagebau Garzweiler

 



Unser Anreisetipp:

Wer Immerath noch sehen will, sollte sich beeilen! Die Entkernung der Stadt hat bereits begonnen. Mit den Bahn bis zum Bahnhof von Erkelenz, von dort aus erreicht man Immerath (Haltestelle "Busbahnhof") mit dem Bus der Linie EK3 in circa 20 Minuten. Der Ort Pesch existiert inzwischen nicht mehr.

Mehr Infos zum günstigen Bahnfahren findet Ihr unter bahn.weltenfinder.de


Unsere Linktipps:

Unterkünfte in Erkelenz auf: www.booking.com

Der Tagebau Garzweiler auf: www.wikipedia.org

Der Ort Immerath auf: www.wikipedia.org

 

 


  DKB kl  

Unser Tipp:                                                                                            Anzeige

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