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Ein Tag auf Cayo Jutias  Ι  Das Strandperlchen am Golf von Mexiko


Verfasst und erlebt von: Anna & Tobias Letzte Aktualisierung am 03.12.2015

CAYO JUTIAS, KUBA 

Kuba 2015 - Es gibt Klischees, die existieren hauptsächlich in den Köpfen derer, die kaum je einen Fuß vor die eigene Haustüre setzen. Und dann gibt es diese Klischees, die springen einem förmlich ins Gesicht, kaum dass die Füße neuen Boden berühren. Strände sind solche Orte - manchmal. Das erste Mal, als ich einem "meiner" verhassten Klischees ein kleines bisschen Daseinsberechtigung eingestehen musste, stand ich in der Postkarten-Landschaft der Insel Langkawi (Malaysia), wurde geblendet von kilometerweiten, hellen Sandstränden, die nicht durch eine einziges Strandtuch mit SpongeBob-Motiv oder Schlimmerem verfälscht wurden, und hörte Palmen im Wind rauschen, deren Wurzeln bis fast ans Wasser reichten. Es gab sie also wirklich, die unberührten Strandschönheiten, deren Sandfarbe nicht gephotoshopt ist und an die sich trotz des touristischen Potentials kaum jemand hin verirrt, auch wenn der Postkarten-Fotograf längst verschwunden ist.

Wer an der Nordküste der Provinz Pinar del Rio auf Kuba die richtige Abzweigung nimmt, findet hinter einem zwölf Kilometer Damm eine solche Strandperle - oder ferner ein Strandperlchen. Als unberührt kann sie nicht ganz gelten, denn ein ausgiebiges Sonnenbad im feinen Sand ist mit touristengerechten Begleiterscheinungen in Form einer Terrassen-Bar, eines luftigen Restaurants und eines drahtigen, sonnengebräunten Oben-Ohne-Kubaners verbunden, der den Strandabschnitt mit den Liegen hoch und runter tigert und die Besucher auf Wunsch mit Getränken aus der Bar versorgt. Das tut dem entkrampften Flair in der schmalen Bucht jedoch keinen Abbruch, massentouristische Strandpartys bleiben aus und gerade am Wochenende vergraben auch die Einheimischen aus der Umgebung gerne ihre Füße in dem warmen Sand. Der Zufall bringt kaum einen Urlauber auf die Cayo Jutias - es gibt hier so gut wie keine Übernachtungsmöglichkeiten, die meisten Reisenden finden - so wie wir - von Viñales aus ihren Weg auf die Insel und verlassen sie abends wieder. Dementsprechend licht hält sich die Dichte an Sonnenhungrigen, die sich am Strand entlang verteilt.

Während unserer neunzigminütigen Anfahrt aus Viñales teilen wir uns ein Taxi mit einem jungen Paar aus Israel, das uns ausgiebig von den Stränden in Mexiko vorschwärmt. Bei so viel Durchblick werden wir ein bisschen kleinlaut - abgesehen vom Inselhopping auf Malaysia geht unser Erfahrungsrepertoire in Bezug auf exotische Strandromantik außerhalb Europas gegen Null. Als ein erstes Qualitätsmerkmal, das für die Strandwelt auf Cayo Jutias spricht, sehen wir dementsprechend die glänzenden Augen der Israeli, als wir das Taxi verlassen und über den sandigen Holzsteg durch das kleine Wäldchen in Richtung des Strandes gehen.

Auf der Cayo Jutias findet frische, salzige Luft den Weg in unsere Lungen. Seichte Wellen funkeln in hellen Lichtern bis an die grade Linie des Horizonts, die bis an unsere Zehenspitzen gefüllt ist mit spiegelndem, tiefklarem Blau und Türkis. Knorrige Mangroven verleihen der romantischen Traumgestalt der Bucht einen Hauch Charismatik. Unter breiten Strohschirmen warten Plastikliegen, von denen wir gegen einen kleinen Aufpreis, der in Form eines gemütlichen, freundlichen Kubaners nach und nach unter den Urlaubern eingesammelt wird, zwei in Beschlag nehmen.

Die Stunden rinnen dahin im Kreislauf des Auf- und Abbrandens der ruhigen Wellen. Unsere Zehen strecken sich im Wechsel der wärmenden - bei unzureichender Vorsicht auch der brennenden - Sonne entgegen oder tauchen ein in die beruhigende Kühle des Karibischen Meeres. Auf der Zunge haben wir den Geschmack nach frischer Kokosnuss oder auch des ein oder anderen Mojitos aus der Bar, in der weder mit Minze, noch mit Rum gegeizt wird. Wir genießen nach sechs Tagen Großstadt-Hektik in Havanna die Ruhe und tun etwas, das wir sonst so gut wie nie tun: Nichts. Und - auch wenn uns auch nach dieser Reise immer noch die Vergleichswerte fehlen - es scheint uns so, dass dies auf Cayo Jutias ganz besonders gut möglich ist. 

 

Auf dem Balkon in Viñales warten wir auf das Taxi - es wird jeden Augenblick um die Ecke biegen...

Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir per Taxi den Damm zur Halbinsel Cayo Jutias Erster Blick auf das Wasser nahe Cayo Jutias Kurz vor dem Ziel wird ein kleiner Wald durchquert 

Ziel erreicht: Cayo Jutias

Cayo Jutias Auch mit Muscheln lassen sich Kokosnüsse aushöhlen ;-) Cayo Jutias

Cayo Jutias

Cayo Jutias 

Cayo Jutias Cayo Jutias Cayo Jutias

Cayo Jutias

Cayo Jutias Cayo Jutias Auf dem Rückweg...

Wieder zurück am Ortseingang von Viñales

Unser Anreisetipp:

Wir sind mit Condor in etwas mehr als zehn Stunden bis Havanna geflogen. Hin- & Rückflug gibt es ab 598 Euro in der Economy und für alle die es etwas luxuriöser mögen ab 1.498 Euro in der Business Class. Von Havanna aus empfiehlt es sich, ein Taxi bis Viñales zu teilen (ca. 15 CUC p.P. / 2,5 Stunden) und in einer der vielen Casas in dem schönen Städtchen zu übernachten. Für 15 CUC lassen sich dann vor Ort Tagesausflüge per Taxi in Richtung Cajo Jutias (Google Maps) buchen. Es gibt aber auch Angebote für organisierte Bustouren im ähnlichen Preissektor. Auf der Insel gibt es ein Restaurant und zwei kleine Bars, auch Umkleidekabinen und sanitäre Anlagen sind vorhanden. Neben Bootsausflügen wird auch die Vermietung von Tretbooten, Kajaks und Schnorchelausrüstung angeboten. 

 

Unsere Linktipps:

Cayo Jutias auf www.tripadvisor.de

 


Bei unserer Anreise nach Kuba wurden wir von Condor unterstützt. Unsere Meinungen und Einschätzungen bleiben davon natürlich unberührt und entsprechen dem Blogger-Kodex.

 

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