image1

header marokko2


MAROKKO 2015 I Auf die Liste gesetzt


Verfasst und erlebt von: Anna & Tobias Letzte Aktualisierung am 08.03.2015

MARRAKESCH - TELOUET - AIT BEN HADDOU - ESSAOUIRA, MAROKKO

Es wäre leicht zu schreiben, dass uns Marokko seit langem wie magisch angezogen hat - die Geschichten von Tausend und einer Nacht, von Orientexotik, von Träumen aus Wüstenpalästen und Vollmondnächten im Sand. Die Realität ist etwas nüchterner; als wir vor ein paar Monaten vor unserer Weltkarte stehen, auf der auf dem afrikanischen Kontinent noch keinerlei Fähnchen stecken, sind wir uns nach wenigen Worten einig darüber, dass Marokko eines jener Länder ist, das man sich bei Gelegenheit mal angucken könnte - das aber nicht zu den führenden Ländern auf unserer To-Do-Liste gehört. Zu viel Romantik, zu viel Klischee, zu viel Tausend und eine Nacht. Wir sind trotzdem für sieben Tage hingeflogen. Weil sich durch günstige Flüge und Lust auf Welt eine solche Gelegenheit ergeben hat. Und vielleicht auch, weil wir einfach mal Bock auf einen neuen Kontinent hatten. Nach sieben Tagen wissen wir: manchmal sind To-Do-Listen unvollständig. Natürlich ist unsere erste Anlaufstelle Marrakesch, die rote Stadt im Windschatten des Atlasgebirges.

Und natürlich ist Marrakesch - wie jede Weltmetropole - ein Klischee. Allerdings haben andernorts Klischees häufig deutlich mehr Zeit auszureifen als in Marokko - zu dicht und bewegt ist die Geschichte des Landes erst in jüngster Zeit. Die Jahrhunderte trieben Berber, Römer und Araber durch das marokkanische Reich, Krieg zerstörte und ordnete neu, was Diplomatie erreicht hatte, christliche und jüdische Einflüsse rieben sich an islamischen auf und umgekehrt. Das Osmanische Reich, Spanien, Portugal und Frankreich warfen ihre Schatten über das Land, entwarfen Dynastien und machten zu unterschiedlichen Zeitpunkten Marrakesch, Fès, Meknès oder Rabat (heutige Landeshauptstadt) zur Königsstadt. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Land durch Kolonialisierung und der Begegnung mit Faschismus und Antisemitismus eingefärbt. Als es Anfang der 1960er die Unabhängigkeit von Frankreich erlang, war es eine alte, geschliffene Seele. Heute ist es diese unsortierte Vielfalt an Kultur- und Menschenreichtümern, die Marokko für die Außenwelt so attraktiv machen, die häufig aber auch zur Verromantisierung einer Geschichte einladen, die viel von brutalen politischen Umbrüchen gesehen hat. Erst vor vier Jahren riss ein terroristischer Anschlag mit islamistischen Hintergrund am Platz der Gaukler fast zwanzig Menschen in den Tod; Marokko ist Teil der islamischen Welt und bleibt damit im Augenmerk jener wirrer Kräfte, die Wahnsinn und Angst vor Wandel mit religiöser Berufung verwechseln und Wahnsinn und Angst in die Welt säen. Wir begegnen der Stadt daher mit einem gewissen Respekt, vor allem aber auch mit Neugierde und Wissbegierigkeit. Denn Marrakesch - wie ganz Marokko - ist so, wie wir es kennengelernt haben, vor allem eins: unglaublich spannend abseits aller Klischees und mehr als eine Reise wert. 


Übersichtskarte


 


Übersicht über die Reiseberichte 


header mar1
In achttausend Metern Höhe I Durch das Wolken-Wunder Richtung Afrika
TÜBINGEN - HAHN - MARRAKESCH, MAROKKO 

 

 

// Vernetz dich mit uns! // 

Pictogramm Facebook klein     Basisrahmen Twitter klein     Basisrahmen Instagram klein     Basisrahmen Youtube klein     Basisrahmen Google klein    
2017  Weltenfinder   globbers joomla templates